08.12.2019

Prüfer-Hauptversammlung des BJV

Traditionell zum Abschluss des Jahres trafen sich die Prüfer des Brandenburgischen Judo-Verbandes in Strausberg. BJV-Prüfungsreferent Martin Reißmann begrüßte gestern 75 Prüfer zur Hauptversammlung, die gleichzeitig der Weiterbildung und Lizenzverlängerung dient. 
Vizepräsident Jan Schröder übernahm in Abwesenheit von Daniel Keller und Hubert Sturm die Verantwortung für den Bericht über die aktuellen Entwicklungen im Brandenburgischen Judoverband (siehe Bericht zur Verbandsentwicklung). Schwerpunkt seines Berichtes waren die personellen Veränderungen, die auf den BJV zukommen. Die Wahl von Daniel Keller zum DJB-Präsidenten sowie der Rückzug der langjährigen Schatzmeisterin Margot Belger von ihrem Amt machen eine Umstrukturierung innerhalb des Verbandes unumgänglich.

Innerhalb des Verbandes zeigte sich Reißmann mit dem Stand der Arbeit im Ressort Prüfungswesen überwiegend zufrieden. Im Jahr 2019 hatte der BJV 130 Prüfer, von denen 125 abnahmeberechtigt waren. Auch im Bereich des Kata-Wesens war der BJV mit dem Brüder-Paar Matthias und Michael Zapf national und international wieder vorn dabei. Leider musste 2019 erstmalig die Prüfer-Ausbildung abgesagt werden. Zum Meldetermin lag lediglich eine Anmeldung vor. Sowohl dieser Kandidat als auch die verspätet angemeldeten Aspiranten werden aber zur nächsten Ausbildung 2021 ihre Chance zum Erwerb einer Prüfer-Lizenz bekommen.

Lobende Worte fand der Prüfungsreferent auch für die Dan-Prüfungen im abgelaufenen Jahr. Das Highlight war dabei die Prüfung von Dr. Volker Kanitz zum 5.Dan, die der 75-Jährige mit Bravour meisterte. In diesem Zusammenhang gab Reißmann zu bedenken, dass mit jeder Dan-Prüfung auch ein erheblicher Kompetenzerwerb verbunden ist. Im Bereich der Prüfungen zum 3. bis 5. Dan sind im BJV seit 1990 bisher 85 Prüfungen absolviert worden. Dem stehen in dieser Zeit 247 Verleihungen in diesem Bereich gegenüber. Hier wünscht sich der Prüfungsreferent eine spürbare Verschiebung zu Gunsten der Prüfungen, auch wenn er Anlässe und Gründe für Auszeichnungen durchaus nachvollziehen kann.


Eine Veränderung gab Martin Reißmann schließlich für die Prüfungsverantwortlichkeit für den Bereich Frankfurt (Oder) innerhalb der Kreisunion 4 bekannt. Hier hatte sich bislang Ehrenpräsident Hubert Sturm um die Graduierungsbelange der Vereine, des Leistungszentrums und der Sportschüler gekümmert. Diese Verantwortung wird künftig Daniel Klenner übernehmen.


Der würdige Rahmen der Prüferhauptversammlung wurde selbstverständlich auch genutzt, um Ehrungen vorzunehmen und sich bei verdienten Judoka für deren Einsatz für den Landesverband zu bedanken (siehe Bericht über Ehrungen).

Als Gast-Referentin für die diesjährige Weiterbildung konnte der BJV mit Jenny Goldschmidt zum zweiten Mal in der Verbandsgeschichte eine Frau begrüßen. Die Judo-Expertin aus Nordrhein-Westfalen trägt den 5. Dan. Sie verfügt über die Trainer-A-Lizenz, ist Diplom-Sportlehrerin und Kata-Weltmeisterin. Die Ergebnisse ihrer Diplom-Arbeit hat sie in dem Buch „Randori lernen und unterrichten“ publiziert. In Strausberg referierte sie zum Thema „Randori im Prüfungswesen“. Das Judo-Üben als Randori in komplett offener Situation will gelernt sein. Als „geordnetes Chaos“ beschreibt es die Referentin und schwärmt von ihren Beobachtungen in Japan, wo es durchaus üblich ist, dass 80-Jährige über 20 Minuten ein lockeres Randori absolvieren. 

Vor allem in ihren praktischen Ausführungen ging Goldschmidt darauf ein, wie man die Prüflinge dazu befähigt, das Prüfungsfach Randori erfolgreich zu meistern. Mit lebhaften Ausführungen und vielen spielerischen Elementen begeisterte die Referentin die versammelte Prüferschaft. In der abschließenden Feedback-Runde gab es viel Lob für Jenny Goldschmidt, aber auch in Richtung des BJV-Prüfungsreferenten für die Themenwahl. Da die meisten der anwesenden Prüfer im Kyu-Bereich tätig sind, traf das Thema auf große Resonanz.

Der Prüfungsreferent selbst zog ebenfalls ein positives Fazit: „Von unseren bisher 130 Prüfern haben in diesem Jahr 75 Prüfer über die heutige Veranstaltung und 9 weitere über den BJV-Dan-Lehrgang ihre Lizenz verlängert. Das waren in diesem Jahr 63,8 % aller lizenzierten Prüfer. Lediglich 3 Lizenzen sind nunmehr im Jahr 2019 erloschen.“

Achtung

Positionspapier des DOSB zur Inklusion