10.10.2020

Internationale Elite in Senftenberg

Die Deutsche Mannschaftsmeisterschaften sind ein Stelldichein von international erfolgreichen Athleten. Insbesondere der KSV Esslingen vereint sehr bekannte nationale und auch internationale Kämpfer in seinen Reihen.

Die beiden erfolgreichsten deutschen Kämpfer in Reihen der Esslinger sind unbestritten der Weltmeister Alexander Wieczerzak und der Olympiadritte Dimitri Peters.


Unser Weltmeister Alexander Wieczerzak hatte in den vergangenen Wochen mit Verletzungen zu kämpfen, ist aber nunmehr soweit wieder aufgebaut, dass er unmittelbar vor dem Einstieg ins Judotraining steht. Dann will der Bundeswehrsoldat wieder angreifen. Für ihn steht das große Ziel Olympia vor den Augen. „Ich will alles dafür tun, dass ich es schaffe, da ist noch etwas offen in meiner Judo-Karriere“, sagt er zielstrebig. Er trainiert und lebt in Köln bei Bundestrainer Richard Trautmann, unter dem er auch seinen Junioren-WM-Titel erkämpft hat. „Ich fühle mich bei ihm sehr wohl und komme super voran. Er tut mir sehr gut“, schwärmt er von seinem Trainer.


Neben Olympia-Bronze hat Dimitri Peters auch zwei WM-Bronzemedaillen und eine Europa-Bronzemedaille auf seinem Erfolgskonto stehen. International kämpft er nicht mehr, aber in der Bundesliga fand der Hannoveraner bisher noch ein Judo-Zuhause. In diesem Jahr wurde aber alles anders. „Ich bin auch hier nur als Ersatzmann in der Mannschaft“, erklärt der angehende Feuerwehrmann. Dennoch kämpfte er im Halbfinale und steuerte einen Siegpunkt bei. 
Er konnte nicht so viel trainieren und glaubt, dass das Corona-Jahr ein guter Ausstieg aus dem aktiven Judo-Sport sein wird. Der begnadete Bodenkämpfer erzählt, dass seine beiden Kinder Handballer sind. „Sie haben es mit Judo probiert, aber überall lastete der Vaterfluch als hohe Erwartungshaltung auf ihnen“, sagt Papa Dima. Er sagt es ohne Frust. „Hauptsache, sie sind sportlich unterwegs.“


Ein besonderer Kämpfer ist auch unter den Esslingern und steuerte auch seinen Siegpunkt für die Mannschaft bei. Saeid Mollaei. Der Iraner, der mittlerweile unter mongolischer Flagge geführt wird, wohnt in Deutschland und machte von sich reden, als er bei den letzten Weltmeisterschaften gezwungen wurde, als amtierender Weltmeister das Halbfinale zu verlieren, um nicht anschließend im Finale gegen den Israeli Sagi Muki antreten zu müssen. Dieser Kampf war damals sehr auffällig, da er als Weltmeister Fehler gezeigt hat, die einfach nicht typisch für ihn waren. Am Ende flüchtete er direkt nach der WM nach Deutschland, da er diese große Unsportlichkeit nicht länger ertragen konnte. 


 


Ebenso steuerte der Vize-Olympiasieger Varlam Liparteliani Punkte für seine Mannschaft bei. Neben der Olympiamedaille hat er noch drei Silber- und zwei Bronzemedaillen bei Weltmeisterschaften gewonnen. 


Foto: Sebastian Hesse

Aber auch der U23-Europameister Dino Pfeiffer kämpft in den Esslinger Reihen. Auch er ist international nicht mehr im Einsatz. Der studierte Verfahrenstechniker arbeitet mittlerweile als Produktmanager in einer Firma für Energiesysteme. Sport ist für ihn dennoch ein ganz wichtiges Standbein. „Drei bis vier Mal pro Woche stehe ich auf der Matte und laufe auch viel“, berichtet er über sein Pensum. Und verschmitzt ergänzt er: „Das hat man sicher bei meinen Kämpfen gesehen, dass ich noch eine ganz gute Kondi habe.“ Er kämpft noch in der Bundesliga und will schauen, ob es mit der Deutschen Meisterschaft klappt. „Ohne Sport, explizit Judo, würde mir was in meinem Leben fehlen“, sagt der athletische junge Mann mit voller Überzeugung.


 


Viele deutsche Athleten sind darüber hinaus am Start. Dominik Ressel, Max Münsterberg, Moritz Plafky, die erfolgreichen Potsdamer Athleten aus dem Juniorenbereich, die sich mittlerweile auch im Männerbereich etablieren, wie Erik Abramov, Yvo Witassek, Martin Setz und viele mehr. 


Auch steht in den Reihen der Potsdamer mit Krisztian Toth ein weiterer Vize-Weltmeister. Er steuerte in diesem Turnier einige Siegpunkte für die Mannschaft bei.

Foto: Sebastian Hesse


Einer verdient es, hier auch genannt zu werden. Der Potsdamer Mohamad Akkash ist vor vielen Jahren als Flüchtling aus Syrien gekommen und mittlerweile hier in Deutschland angekommen. Er kämpft engagiert in der Bundesliga. Akkash nahm 2019 als syrischer Flüchtling an den Weltmeisterschaften teil. 


Eine sehr erfolgreiche Teilnehmerin gibt es in dieser Männerdomäne. Annett Böhm, die Olympiadritte von Athen 2004 ist wieder einmal mehr die Stimme von sportdeutschland.tv. Sie moderiert sympathisch und kompetent durch die Wettkämpfe. Im Leben außerhalb von Judo arbeitet die Leipzigerin als Journalistin beim MDR. Die Serie „Hauptsache gesund“ und der Sport sind ihre Fachgebiete. „In den letzten Monaten habe ich ganz viele Corona-Themen bearbeitet“, berichtet die Mutter zweier Kinder. Es ist immer wieder erfrischend, sie als Moderatorin zu erleben.

Text und Fotos: Birgit Arendt


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