23.09.2018

Spremberg bleibt im Oberhaus

In einem spannenden und stimmungsvollen Brandenburg-Derby setzten sich die Spremberger zu Hause mit 8:6 gegen Potsdam durch. Damit werden sie auch in der kommenden Saison in der 1. Bundesliga kämpfen.

Es war ein Rechenbeispiel. Wenn die Holler in Walheim verlieren und die Potsdamer in Spremberg gewinnen, dann würden die Brandenburger in der Finalrunde der Bundesliga stehen. Im Gegenzug der Berechnungen stellte auch Spremberg einige Zahlenkonstellationen vor. Wenn sie gewinnen oder wenigstens ein Unentschieden gegen Potsdam rausholen, dann würden sie den Klassenerhalt aus eigener Kraft schaffen.  Aber wie das so mit dem kleinen Wörtchen „Wenn“  und den Rechenkünsten im Judo so ist, kann man nie etwas wirklich voraussagen. Und so blieb der letzte Kampftag der Liga Nord spannend.


Spremberg und Potsdam kämpften vor einer unglaublich stimmungs- und kraftvollen Kulisse in der Sporthalle Haidemühl um die Punkte. 


Auch Prominenz war vor Ort. Neben BJV-Präsident Daniel Keller schaute sich auch Sprembergs Bürgermeisterin Christine Herntier die Kämpfe an. Für sie ist es selbstverständlich, dass sie bei den Heimkämpfen immer dabei ist. „Wir sind sehr stolz auf den Verein KSC Asahi“, sagt sie mit einem Strahlen in den Augen. Obwohl sie früher nie etwas mit Judo zu tun hatte, schaut sie sich die Kämpfe mit Freude an. „Die Stimmung fasziniert mich hier in der Halle. Das Mitfiebern der Zuschauer und die Emotionen der Truppe begeistern mich sehr.“


In die Halbzeit gingen die Potsdamer mit einer hauchdünnen Führung. Zu diesem Zeitpunkt kam dann aber auch die Nachricht aus Walheim, dass die Holler bereits eine hohe Führung herausgeholt hatten. Die letzten kleinen Funken Hoffnung auf die Finalrunde schwanden. 


Die Sportakrobaten vom SC Hoyerswerda begeisterten mit Tanz und Akrobatik in der Halbzeitpause

 In der zweiten Halbzeit des Brandenburg-Derbys gaben die Spremberger nochmal richtig Gas. Johannes Kruse gewann das zweite Mal und Maximilian Zimmermann brachte den nächsten Punkt nach Spremberg, sodass es richtig spannend wurde. Nach zwölf Kämpfen stand es 6:6. Schafft es Spremberg doch aus eigener Kraft? Im vorletzten Kampf sicherte Johannes Limmer mit einem Waza-ari gegen Bennet Pröhl dann den siebten Punkt für Spremberg. 
Riesenjubel in der Halle, denn jetzt war klar, Spremberg wird auch in der kommenden Saison erstklassig kämpfen. Im letzten Kampf im Schwergewicht wollte Potsdam gern noch das Unentschieden retten, aber Tomasz Domanski führte recht schnell gegen Ole Buth aus Potsdam mit Waza-ari. Allerdings endete 48 Sekunden vor Schluss die Begegnung mit der dritten Verwarnung für die beiden Kämpfer und damit Ippon für den Spremberger. 


Damit stand es 8:6 für Spremberg, die sich damit den Klassenerhalt klar gesichert haben. 


Potsdams Trainer Mario Schendel versuchte, es rational zu sehen. „Holle hat gewonnen“, war seine erste Reaktion, aus der die Bitterkeit zu erkennen war, dass das Finale wieder knapp vorm Ziel futsch war. Schnell kam aber dann der kluge Analyst durch. „Heute ist das aufgetreten, was die Bundesliga ausmacht. Unsere Leute sind jung, sie müssen daran wachsen und auch mal Fehler machen dürfen. Vielleicht auch morgen noch einmal, aber übermorgen wissen sie, wie es geht. Für die Region hier war dieser Kampftag auf jeden Fall eine schöne Sache.“


Bei Sprembergs Trainer Michael Rex glätteten sich so langsam die Sorgenfalten. „Es gab so viele Konstellationen als Ausgangssituation. Wir haben aber hier den Sieg eingefahren und sind aus eigener Kraft weiter“, lautete die wichtigste Botschaft. „Es war eine enge Begegnung mit großer Brisanz. Kleinigkeiten waren oft entscheidend“, ergänzt er. Aber er freut sich auch über das volle Haus mit der großen Unterstützung durch die Fans. Auch die Potsdamer waren mit einer großen Fangemeinde angereist und unterstützten ihre Athleten lautstark. „Wir werden jetzt weiter mit der Mannschaft arbeiten. Wir wollen die jungen Leute halten,  uns verstärken und die Leistungsträger weiter an den Verein binden“, sagt Rex zu den unmittelbaren Zielen von Spremberg. 


Beide Trainer atmen aber auch tief durch. „Die Bundesliga-Saison ist zu Ende“, sagt Michael Rex erleichtert und man hat das Gefühl, dass das Wort „endlich“ noch dazwischen stehen könnte. Acht Kampftage für jede Mannschaft waren eine lange Saison. Für Mario Schendel gibt es nach ein paar ruhigeren Tagen dann gleich den nächsten Höhepunkt vorzubereiten. Er will seinen WM-Startern bei den Junioren den letzten Schliff mit verpassen und sie bestmöglich durch die WM führen. Was für eine Aufgabe da auf ihn persönlich auf den Bahamas zukommt, kann man sicher erahnen, wenn man weiß, dass die Potsdamer Junioren fast die Hälfte der deutschen Nationalmannschaft stellt. 


Achtung

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