18.06.2017

1. Bundesliga der Männer

In Spremberg fand das Brandenburg-Derby zwischen Asahi Spremberg und UJKC Potsdam statt. Beide trennten sich 6:8. Potsdam bleibt damit an 2. Stelle in der Tabelle und Spremberg auf Platz 5.
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Nach einem spannenden und emotionalen Kampftag der Landesliga ging es in Spremberg weiter mit einem äußerst spannenden Bundesliga-Duell.


Nicht nur der Ehrenpräsident Hubert Sturm, der Präsident Daniel Keller und sein Vizepräsident Reinhard Arndt verfolgten dieses Duell. Es gab sogar königlichen Besuch aus Ghana, Nii Osabu Akwei I. schaute sich zusammen mit dem ehemaligen Mitglied der Bundeskampfrichterkommission Doris Grewe diesen Kampftag an. Auch sie trägt einen königlichen Titel von Ghana: Königin Naa Tsitse Atsereku I.


Die Stimmung in der Halle war von Anfang an bestens bei den knapp 200 Zuschauern. 


Etwas besser in den Kampf starteten die Potsdamer, die vom Trainer Paul Elm bestens eingestellt wurden. Der Kapitän Faruch Bulekulov (-100 kg) brachte die Landeshauptstädter mit einem vorzeitigen Sieg über Mariusz Krüger in Führung. Der Potsdamer George Siegemund baute mit dem Sieg über Max Henke (-73 kg) die Führung auf 2:0 aus. Der Spremberger Patryk Ciechomski (-90 kg) holte dann jedoch gegen Tim Schmidt mit einer Festhalte den Anschlusspunkt zum 2:1. 


Nun folgten sehr schöne Einzelduelle, wo sich die Gegner nichts schenkten und die Halle stimmungsmäßig immer mehr einem Hexenkessel glich. Zur Halbzeit stand es 4:3. Hierbei wechselten sich die Spremberger und Potsdamer mit den Siegen ab. Es gewannen in der -81 kg Klasse Jan Gosiewski (UJKC Potsdam), -60 kg Maximilian Zimmermann (KSC Asahi Spremberg), +100 kg Erik Abramov (UJKC Potsdam) und -66 kg Alexander Beta (KSC Asahi Spremberg). 


In der Halbzeitpause nutzen die Zuschauer die Möglichkeit, etwas zu verschnaufen und sich beim Programm des Variete Fantastique aus Cottbus zu beruhigen. Allen war klar, dass auch die zweite Halbzeit spannend weitergehen wird und mit etwas Glück am Ende vielleicht der Aufsteiger KSC Asahi Spremberg wieder ein Achtungszeichen setzen wird. 


Mit dem eingewechselten Danny Tempel  (-100 kg) gelang der Start in den Rückkampf besser, denn er holte den 4:4 Ausgleichspunkt gegen Faruch Bulekulov. Nun folgten wieder abwechselnde Siege George Siegemund (-73 kg) für Potsdam und Patryk Ciechomski (-90 kg) für Spremberg. 


Beim Stand von 5:5 begann nun der wahre Krimi, die drei folgende Duelle gingen alle über die komplette Kampfzeit. 
Als erstes -81 kg Emil Kosjanik (Spremberg) gegen Paul Böhme (Potsdam), hier ging der Potsdamer früh in Führung und Emil Kosjanik konnte den Rückstand mit einem Tani-Otoshi ausgleichen. Die Kampfrichter prüften einen erneuten Wurf von Paul Böhme mit dem CareSystem und gaben die Wertung nicht. Doch die letzten zehn Sekunden des Kampfes nutzte er dennoch für eine weitere Wertung und gewann. 
Ähnlich spannend ging es im Rückkampf zwischen Maximilian Zimmermann (-60 kg) und Paul Schwisow zu. Hier verteidigte der Spremberger Zimmermann seine Führung für einen Harai-goshi bis 40 Sekunden vor Kampfende stark, ehe er eine weitere Wertung hinzufügt und sich auch noch aus einem Hebelangriff von Schwisow befreien kann. 
Damit steht es 6:6 als Marcel Schaarschmidt (+100 kg) und Erik Abramov erneut aufeinandertreffen. Schaarschmidt, der in der Hinrunde sehr schnell verloren hatte, wollte dieses Mal unbedingt gewinnen. Beide nutzen ihre Erfahrungen und versuchten sich durchzusetzen. Dabei sah man bei Marcel Scharschmidt ein Rad, um eine Wertung von Abramov zu verhindern und auch sonst war der Kampf sehr ausgeglichen. Bis 17 Sekunden vor Kampfzeitende, hier kontert Schaarschmidt den Angriff von Abramov, doch die Kampfrichter sind sich uneins und überprüfen erneut mit dem CareSystem die Situation. Eine Wertung gibt es auch hier nicht und alles sieht nach einem weiteren GoldenScore aus. Doch der Potsdamer Erik Abramov wirft mit dem Schlussgong Marcel Schaarschmidt auf Ippon-Seoi-Nage und erhält eine Wertung. 
Im letzten Kampf fällt nun die Entscheidung es gingen Michel Daue (Spremberg) und Bennet Pröhl (Postdam) auf die Matte. Nach 2:30 Minuten greift Michel Daue an und wird von Bennet Pröhl ausgekontert. Ein klarer Ippon sorgt für den 8:6 Endstand zu Gunsten des UJKC Potsdam. 


Doch das Entscheidende an diesem Tag ist nicht, wer gewonnen oder verloren hat. Auch ein Unentschieden wäre vollkommen gerechtfertigt gewesen. Aber das Besondere war, dass sich beide Mannschaften am Ende zusammen von allen Zuschauern und Anwesenden verabschiedeten. Das zeigt, dass Judo in Brandenburg mehr ist als eine reine Rivalität auf der Matte. Es ist auch Freundschaft und Respekt für den Gegner. 


Mit einem gemeinsamen Bierchen und der Übergabe von einigen Gurkengläsern von der „Gurkentruppe“ KSC Asahi Spremberg, die durch diese Judo-in-Holle-Geschichte mit dem Spreewaldbauern Ricken einen neuen Sponsor gewonnen haben, klang der Abend dann aus.


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Sebastian Hesse


Fotos: Sebastian Hesse und Daniel Zeidler
https://www.facebook.com/JudolandesligaBB/posts/872678806215148


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