Was ist G-Judo?

Der Begriff G-Judo stammt aus dem Niederländischen und heißt dort, frei übersetzt: „Judo mit einem Handicap“ oder auch: „Gehandicapt Judo“. In Deutschland wird fälschlicherweise zumeist die Bezeichnung "Geistigbehinderten-Judo" angenommen.
G-Judoka sind in der Lage, auch bei nichtbehinderten Judoka mit zu trainieren und je nach Behinderung judoähnliche Bewegungen auszuführen.
Schon früh erkannten Ärzte und Therapeuten den hohen Wert des Judo für die körperliche und persönliche Entwicklung. Seit den 70-er Jahren wird diese Erkenntnis auch im Bereich der Menschen mit Behinderung erforscht und gefördert.
Waren zunächst nur therapeutische Zwecke und "Spaß an der Freude" die Motivation, hat sich mit der Verbreitung des G-Judo auch der Wettkampf immer mehr in den Vordergrund entwickelt.

Die verschiedenen Grade und Erscheinungsformen der Behinderung lassen eine Zusammenfassung in verschiedenen Kategorien (Wettkampfklassen) kaum zu. Trotzdem werden verschiedene Fertigkeiten und Fähigkeiten der G-Judoka zusammenfassend in den verschiedenen Schadensklassen aufgeteilt. Die Klassifizierung hier in Deutschland ist nach Absprache der Behindertensportreferenten der einzelnen Bundesländer in drei Wettkampfklassen geregelt, der Übergang zwischen den Klassifizierungen sollte immer als „Grauzone“ zu verstehen sein.

Hier die offizielle Untergliederung lt. WKO im G-Judo:

Klasse 1: Judoka, die aufgrund ihrer Behinderung auch mit nicht behinderten Judoka trainieren und Judo-Techniken gut umsetzen können. Diese Judoka können 80 bis 100 % der im Judo-Skill- Test beschriebenen Techniken ausführen. Das Verständnis der Sportart Judo und da s Ziel des Wettbewerbes ist diesen Athleten einsichtig.

Klasse 2: Judoka, die aufgrund ihrer Behinderung Judo-Techniken eingeschränkt umsetzen können und in Behindertengruppen trainieren. Diese Judoka können 50 bis 80 % der im Judo-Skill-Test beschriebenen Techniken ausführen. Das Verständnis der Sportart Judo und das Ziel des Wettbewerbes ist diesen Athleten im Grundsatz bekannt.

Klasse 3: Judoka, die aufgrund ihrer Behinderung Judo mehr als Spielform ausüben. Diese Judoka können weniger als 50 % der im Judo-Skill-Test beschriebenen Techniken ausführen. Das Verständnis der Sportart Judo und das Ziel des Wettbewerbes ist diesen Athleten in der Regel nur eingeschränkt verständlich.



Quelle: Webseite von NRW


Positionspapier des DOSB zur Inklusion