Prenzlau - hoch dekoriert

Zum Jahresende nutzte der JSV Prenzlau die Möglichkeit, viele seiner Dan-Träger der Öffentlichkeit zu präsentieren. Dabei wohnen einige schon lange nicht mehr in ihrer alten Heimatstadt, sind ihr jedoch noch familiär verbunden und vor allem auch noch als Mitglied in ihrem alten Judo-Verein.

Acht Frauen und Männer genossen die Weihnachtszeit in Prenzlau - und Vereinsvorsitzender Jörg Brämer bat sie zum Treff. „Wir hatten noch nie so viele Meistergrad-Inhaber zu einer Zeit gehabt wie jetzt“, freut sich Trainer und Sportlehrer Olaf Arndt, selbst Träger des 4. Dan.

Florian Brandt ist Deutscher Meister mit der Landeswauswahl, Philipp Förster ist mehrfacher Landesmeister. Beide jungen Männer trainieren beim JC Leipzig.
Marc Burmeister ist Trainer beim JC Halle und kämpft dort auch in der 2. Bundesliga. Er ist mitten im Studium zum Sportlehrer und bereitet sich mit Philipp Schneider gerade auf die Prüfung zum 2. Dan vor.
Die Prenzlauerin Marlen Hein ist vor vielen Jahren zur Sportschule Frankfurt (Oder) gegangen und wurde 2005 Europameisterin der U23. Heute trainiert die 27-Jährige in der Sportfördergruppe der Bundespolizei in Kienbaum und feierte bereits viele weitere internationale Erfolge. Sie kämpft derzeit um das Olympiaticket für London 2012. „Weihnachten feiern wir immer in Familie. Ich komme ja selten nach Hause, aber das ist gesetzt“, verriet die Trägerin des 1. Dan, die vor 22 Jahren bei Trainer Andreas Karoske mit dem Judosport begonnen hatte.

Auch Dr. Christine Kühn ist eine "Ehemalige", die noch immer Vereinsmitglied ist. Sie hat eine besondere Beziehung unter anderem auch zum Fußball. Sie trainiert beim PSV Rostock - dorthin hatte es sie zum Medizinstudium verschlagen . Und sie betreut als Unfallchirurgin unter anderem die Kicker des FC Hansa Rostock. Sie selbst ist auch noch Judo-aktiv. Bis vor zwei Jahren kämpfte sie für Rostock in der  1. Bundesliga, ist aktuelle Dritte der Senioren-Weltmeisterschaften 2011 und Landesmeisterin Mecklenburg-Vorpommerns. Mit diesen Erfolgen wurde sie von ihrem Heimatverein Prenzlau für die Wahl zur Sportlerin des Jahres vorgeschlagen und belegte dabei den 3. Platz! „Das ist schon eine schöne Anerkennung“, freut sich Christine Kühn.

"Wir haben zu unseren früheren Sportlern und Leistungsträgern noch immer gute Kontakte, obwohl sie zum Teil bereits woanders studieren, leben oder arbeiten", freut sich Jörg Brämer über die hochkarätige Schar an Dan-Trägern aus seinem Verein. "Zum Jahreswechsel waren fast alle da. Wir haben diese Möglichkeit genutzt, um der Öffentlichkeit einmal zu zeigen, was aus unseren Leuten geworden ist und wo sie stehen."

Text: Birgit Arendt und Nordkurier - Oliver Spitza
Foto: Oliver Spitza - Danke!