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Bundesliga-Finale in
Potsdam Als Tabellenführer Nord und Sieger des Viertelfinals gegen Wiesbaden richtete der UJKC dieses Bundesliga-Finale 2011 aus. Mit der großen Leichtathletikhalle am Potsdamer Luftschiffhafen gab es gute Bedingungen und rund 1000 Zuschauer verfolgten das Geschehen auf Zuschauertribünen, die rund um die Matte aufgebaut waren und so eine gute Stimmung aufkommen ließen. Abensberg siegte bereits im ersten Durchgang 6:0 gegen Ettlingen und gab auch im zweiten Durchgang nur einen einzigen Kampf ab. Damit stand es am Ende 11:1 für Abensberg, die damit wie erwartet im Finale standen. Der Ettlinger Teamchef Alfredo Palermo (unten rechts) ist stolz auf seine Jungs. "Der dritte Platz ist ein toller Erfolg für uns - obwohl wir schon mit ein paar Punkten mehr gerechnet haben."
Potsdam wollte als Gastgeber natürlich ebenso ins Finale und legte in dem ersten Durchgang einen guten Grundstein mit einem 4:2 gegen Esslingen. Im zweiten Durchgang pokerte Potsdam aber offensichtlich etwas hoch. Nach dem Sieg von Yuri Rybak stand es bereits 5:2. Niemand ahnte zu diesem Zeitpunkt, dass die nächsten vier Kämpfe an Esslingen gehen würden. Erst Robert Kopiske holte wieder zum 6:6 auf. Damit hing alles am letzten Kampf. Eine Konstellation, die sicher keiner der Potsdamer auf der Rechnung hatte. Deshalb war auch dieser Kampf aus Potsdamer Sicht mit Norman Helm sehr "leichtgewichtig" besetzt. Gegen einen ehemaligen Weltklasse-Kämpfer wie Michael Pinske ein Risiko. Pinske klärte bereits nach 43 Sekunden und es stand damit 7:6 für Esslingen. Aus der Traum vom Finale, Potsdam blieb die wohlverdiente Bronzemedaille, diese aber mit sehr viel Wehmut. Schade auch für die Stimmung in der Halle, da natürlich mit reichlich eineinhalb Stunden Wartezeit bis zum Finale nicht alle Zuschauer blieben. Eine Dramaturgie, die unter diesen Bedingungen sicher nicht allzu glücklich war. Dennoch feuerten die dem Finale beiwohnenden Zuschauer die beiden Mannschaften lautstark an. Immerhin gab es Judo auf höchstem Niveau zu sehen. Allen voran mit unserem Vize-Weltmeister Andreas Tölzer, aber auch mit den WM-Kämpfern Christopher Völk, Sven Maresch und Dimitri Peters oder den internationalen Kämpfern wie den aktuellen Weltmeister Ilias Iliadis, die Europameister Varlam Liparteliani und Kiyoshi Uematsu, die früherenWeltmeister Craig Fallon oder Georgii Zantaraia. Letztendlich setzte sich Abensberg erwartungsgemäß durch. Das Ergebnis 10:1 gegen Esslingen widerspiegelt allerdings nicht die Dramatik einiger Kämpfe.
Abensberg ist damit zum 17. Mal Deutscher Mannschaftsmeister geworden und zum zehnten Mal in Folge.
Für unsere Potsdamer ist der Gewinn der Bronzemedaille sicher ein sehr guter Erfolg in dieser Saison, aber verständlicherweise wollten die Jungs vor allem auch als Gastgeber einiges mehr erreichen und möglichst dann im Finale auch den Serienmeister Abensberg ein wenig ärgern. "Wir sind traurig, dass wir nicht das
Finale erreicht haben, es war unser Ziel", sagt UJKC-Präsident
Michael Goldschmidt. Er sieht verschiedene Ursachen, aber vor allem:
"Wir müssen uns an die eigene Nase fassen." Dennoch sind die
Potsdamer gemeinsam mit Ettlingen die drittbesten Mannschaften in
Deutschland. "Das macht uns schon stolz."
In dieser Saison wurde noch nichts aus dem ganz großen Erfolg, aber die Athleten vom UJKC werden im kommenden Jahr wieder angreifen.
Einige kritische Anmerkungen gibt es
dennoch zu diesem Wettkampftag. Einzig spannender Mannschaftskampf des ganzen Tages war die Rückrunde der Halbfinalbegegnung Potsdam gegen Esslingen, bei der das Ergebnis bis zum letzten Kampf offen war. Die Dominanz der Abensberger in den anderen Finalbegegnungen war sehr offenkundig. Gibt es bundesweit oder weltweit von den Legionären wirklich kaum Athleten, die Abensberg Paroli bieten können? Bei aller Diskussion, dass Abensberg eigentlich die deutsche Nationalmannschaft ist und dazu noch eine Europaauswahl in ihren Reihen hat und etatmäßig sicher kaum ein Bundesliga-Verein auch nur annähernd mithalten kann, muss man auch anerkennen, dass sie in der Rückrunde des Finales komplett ausgewechselt haben und vielen eigenen Sportlern die Möglichkeit eines Einsatzes gegeben haben. Dennoch gewannen sie fast alle Kämpfe. Die Ergebnisse von 11:1 und 10:1 der Abensberger zeigen die übermächtige Dominanz. Ist es hier schon eher die psychische Wirkung auf die anderen Vereine? Mit etwas mehr Selbstbewusstsein unserer anderen Vereine hätte man Abensberg durchaus auch mal ein bissel mehr ärgern können. Sonst wird es für die Zukunft einfach langweilig werden. Auch die Festlegungen zu den Rückennummern wurde von einigen Sportlern mehr als lässig angegangen. Irgendwie haben einige immer noch nicht verstanden, dass das Ganze nicht zum Ärgern der Athleten gedacht ist, sondern einzig und allein für die Öffentlichkeitswirksamkeit notwendig ist. Und die brauchen wir Judoka nun mal, um auch den einen oder anderen Sponsor an Land ziehen zu können. Einige Bußgelder werden da wohl gezahlt werden müssen. Auch einiges anderes mehr lief bei der
Veranstaltung nicht so rund, wie man es von einer
Bundes-Veranstaltung erhoffen würde. Organisation und Zusammenarbeit
in der Öffentlichkeitsarbeit, eine viel zu lange Pause zwischen
Halbfinale und Finale, die Einladung von wichtigen Ehrengästen und
so manche andere Situation mehr. Text und Fotos: Birgit Arendt |